Corona hat in den ersten Monaten diesen Jahres die Welt überfallen. Der ersten Schrecken ist mittlerweile eine Art Umgangsroutine gewichen und mit den aktuellen Hygieneempfehlungen gibt es eine Sicherheit vermittelnde Handhabe für jeden Einzelnen. Die Schlagzeilen zu Corona haben nachgelassen und die gesellschaftliche Aufmerksamkeit verteilt sich wieder breiter, andere Themen schieben sich in den Vordergrund. Damit hat auch diese Kolumne so langsam ihren Bezugspunkt eingebüßt. Sie endet mit diesem Beitrag, der auch keine Kolumne mehr im eigentlichen Sinne ist, sondern von dem „making-of“ erzählt. Schon wegen der Transparenz.

 

Also, über das Kolumnenwesen von la coronacion – eine rückblickende Draufsicht

 

Eine Kolumne ist nicht absichtslos. Auch hinter la coronacion standen Gedanken. Sie hatte einen direkten Bezug zu dem Zeitgeschehen, in dem sie geschrieben wurde. Sie nahm eine Bewegung unserer Gesellschaft auf. Unsere Gesellschaft wurde von dem Virusgeschehen um Covid 19 im März überrascht und getroffen. Unmittelbar.

 

Dem Getroffensein gab die Kolumne ein Alltagsgesicht. Das des Ich-Erzählers. Die Kolumne stellte ihn zur Verfügung und In ihm wurde die gesellschaftliche Erfahrung individualisiert und personifiziert und konnte so in leicht veränderter Form noch einmal miterlebt werden. Mit einer gespürten Nähe und Verwandtschaft im Seelischen konnte aus dem Ich-Erzähler ein „unser“ Ich-Erzähler werden, wie ich aus Ihren Zuschriften weiß.

 

Unser Ich-Erzähler war fiktional. Er war nicht identisch mit dem Schreiber der Kolumne, nahm aber Anleihen an dessen Erfahrungen, Miterlebtem und dem von ihm Gehörtem.

 

Unser Ich-Erzähler verwandelte die gesellschaftliche Erfahrung in eine Geschichte. Er schlug ein Narrativ vor. Er wählte dazu eine bestimmte Position. Er beobachtete und wunderte sich über das Beobachtete. Die Verwunderung konnte auch ihm selber gelten. Manchmal vor allem. Er gab dem was er bemerkte Worte und ließ mit den beschreibenden Worten seine Leser an sich und seinen Gedanken teilhaben. Er öffnete sich in seiner erstaunten Ratlosigkeit. Unser Ich-Erzähler verfremdete die Wirklichkeit, überzeichnete sie und ließ assoziativ seinen Phantasien ihren freien Lauf.

 

In diesem Moment vermittelte die Kolumne in der Figur des Ich-Erzählers auch eine seelische Funktion. Die Funktion des Umgangs mit einer krisenhaften Erfahrung.

Unser Ich-Erzähler machte sich die Realität fremd, um Abstand zu gewinnen. Der Abstand öffnete den Weg zur Reflektion, zum Nachdenken, zur Einordnung der Erfahrung. Unter einem seelischen Aspekt wollte unser Ich-Erzähler sich der entglittenen Sicherheit wieder bemächtigen. Vor dieser Aufgabe stand die Gesamtheit unserer Gesellschaft. Und als Leser konnte man diesem Bemühen zuschauen und vielleicht dabei auch ein Vergnügen empfinden. Geschadet hätte es nicht.

 

Unser Ich-Erzähler wollte verstehen und Klarheit haben. Er fing an zu suchen. Darin wurde das Bedürfnis nach sinngebender Ordnung nachgezeichnet. Offenbar eine Condicio humana.

Unser Ich-Erzähler lieh sich sein Verstehen bei anderen aus. Die Anderen waren sach- und fachkundige Autoren, stammten aus der Psychoanalyse oder waren Soziologen, oder Sozialwissenschaftler und anderes mehr. Es beruhigte ihn, sich mit seinem Erleben der Realität in einem größeren Rahmen wieder zu finden. Es beruhigte ihn, sein Erleben teilen zu können und aufgehoben zu sehen. In diesem Sinne wollten die Kolumnen-Texte auch ein „Containing“ für Erfahrungen anbieten.

 

La coronacion hatte vor, auch das Nachdenken des Lesers offenzuhalten. Dafür war die Einladung jeweils am Schluss gedacht, die persönlichen Erfahrungen mit dem Text abzugleichen und darüber zu schreiben. Als Mail an die Fachstelle zum Beispiel.

 

La coronacion mag in dieser Draufsicht jetzt sehr reflektiert wirken und doch ist es so, dass in dem Geschriebenen mehr enthalten war als der Autor dachte und geahnt hatte. Neben dem Bewussten gibt es eben immer auch Vor- und Unbewusstes, das sich übermittelt. Davon habe ich in Ihren Mails erfahren. Das war und ist sehr interessant und lehrreich. Danke für Ihre Mitarbeit.

 

Wenn Sie noch mögen, können Sie auch gern hierzu noch etwas schreiben.

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Fachstelle für Suchtprävention 


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