Ich war jetzt in einer Parfümerie. Absichtlich. Eigentlich passiert mir das nicht. Wegen Rasierwasser. Normalerweise erledige ich das im Supermarkt. Aber jetzt eben Parfümerie. „Jetzt eben“, das ist die Zeit der ersten Lockerung in der Coronakrise. Kleinere Geschäfte dürfen wieder öffnen. Das Rasierwasser hier edel, allein die Namen bringen mich unmittelbar nach Paris und Mailand, kostspielig das Ganze, natürlich – und mich selbst überraschend kaufe ich das auch noch.

Und das ist ja nicht alles.

Ein Gedanke befällt mich in letzter Zeit. Der Gedanke sagt, Junge, du brauchst ein Gravelbike. So ein schickes Ding. Halb Renner, halb Mountainbike. Flott eben. Welches nehmen? Merida Silex, Canyon Grail, oder doch das Inissio Gravel von Simplon gar? Der Gedanke ist schon knapp vor einer Obsession.

Was ist da los?

Bevor ich jetzt ruinöse Handlungen begehe, habe ich lieber angefangen nachzudenken.
 

Haben Sie schon einmal von dem lipstick-Index gehört?

Nein?

Also: lipstick ist das englische Wort für Lippenstift. Mit lipstick-Index wird etwas beschrieben, das nach 09/11 aufgefallen ist. Nach dem Anschlag auf die Twin-Towers in New York 2001 ist auf dem amerikanischen Markt der Verkauf von Lippenstiften sprunghaft angestiegen. Lippenstift-Kaufen ist so etwas wie eine Antwort, auf dieses katastrophale Ereignis in Amerika.

Warum? Wie kann man sich hier einen Zusammenhang vorstellen? Dort Schutt und Asche und hier eine verbesserte Außenrepräsentation? Chic statt Schutt?

Ich vermute einmal, mit dem Lippenstift zieht man sich - angesichts einer überwältigenden Ohnmachtserfahrung - auf das mit dem eigenen Selbst machbare zurück. Lippenstift geht immer und das entscheide ich ganz allein.
Nun, 09/11 liegt knapp 19 Jahre zurück. Wir haben jetzt 2020. Und wir haben Corona. Auch ein Desaster. Wie Amerika damals reagierte wissen wir jetzt. Was macht Deutschland? Das wissen wir auch. Deutschland kauft Toilettenpapier, vorzugsweise. Okay, Bevorratung macht in Krisenzeiten Sinn. Aber wir haben eine Gesundheitskrise, keine Versorgungskrise. Und das mit dem Toilettenpapier ist schon besonders deutsch. Das machen unsere europäischen Nachbarn anders.

Ich sehe ihn schon vor mir, den neuen Begriff, der die Diskussion in den Sozialwissenschaften beherrschen wird, wenn es im Rückblick um diese Coronazeit geht: „teutonic-toilet-paper-Index“, kurz ttpi.

Und in leicht veränderter Form hat der mich wohl auch erwischt, mehr so als „after-shave-index“ oder „gravelbike-index“.

Haben Sie auch irgendeinen Index? Oder wissen Sie, wofür der gut ist?

Schreiben Sie mir!

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fachstelle für Suchtprävention 


Beratungsstelle des Schwalm-Eder-Kreises

Schlesierweg 1
34576 Homberg (Efze)
Telefon: 05681 775 600
Fax: 05681 – 775 598

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fachstelle für Suchtprävention

TIP der Woche–Studie: Stress ...

  Der heutige Tip beleuchtet die Auswirkungen ...

la coronacion - „making-of“

Corona hat in den ersten Monaten diesen Jahres die Welt ...

Weißt´e Bescheid... über ...

https://de.actionbound.com/bound/schwalmederkreis ...

TIP der Woche - heute für ...

Der heutige TIP der Woche ist wieder ein Onlinetip. ...

Scroll to top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok