„Eine Kolumne über Erziehung“ - Folge 1

Hauptsache, ihr habt Spaß - 2016

Sind wir wohlstandsverwahrlost?

 

Geht es Ihnen auch so? Ich werde vom Media Markt und all den anderen Tech-Nicks jeden Tag zum Spaß-Haben verdonnert. Und mir wird eindringlich erklärt, dass das die Hauptsache ist! Ich soll mich auch unbedingt, ganz dringend und ganz riesig check24 fühlen.

Und das ist alles sowieso supergeil! Aber ist es das wirklich? Faktencheck!

Als Durchschnittserwachsener werde ich in diesem Jahr 2016  täglich rund 300 Werbeangeboten ausgesetzt sein. Unsere fernsehschauenden Kinder sehen jährlich im Schnitt 13000 Werbespots. Solche Zahlen sind doch der wirkliche Wahnsinn, oder? Der erste Fernsehwerbespot wurde übrigens in 1956 ausgestrahlt.

In den letzten 20 Jahren wird in Deutschland immer massiver mit und um Kinder geworben.

In der Werbebranche werden unsere (Schul)-Kinder kurz „Skippies“ genannt. Das ist Englisch und heißt „School kids with income and purchase power“. Unsere Kinder haben Kaufkraft und sind die am leichtesten zu manipulierenden Konsumenten. Zudem können sie auch noch wunderbar die Kaufentscheidungen von uns Eltern beeinflussen.

Da kommt doch Freude auf,….bei der Konsumrauschindustrie.

Mehr, schneller und öfter heißen die Slogans, denen wir uns immer schlechter entziehen können. Die Befriedigung der materiellen kindlichen Bedürfnisse ist längst zum deal zwischen den Generationen geworden. Und weil jeder mithalten will oder muss, wird gekauft, was das Zeug hält. Zur Not macht´s auch der EasyCredit möglich!

Wer oder was bedeutet nun Wohlstandverwahrlosung? Eine umfassende Erklärung finden sie hier http://philo.at/wiki/index.php/Wohlstandsverwahrlosung_%28JsB%29

Haben Sie sich oder andere wiedererkannt? Im letzten Abschnitt wurden wir Eltern nochmal auf unsere Vorbildfunktion und unsere Verantwortung hingewiesen. Wir sollten Zeit mit unseren Kindern verbringen und dabei den werbesuggerierten Perfektionsanspruch über Bord werfen. Hier stimmt er dann wohl wirklich, der Spruch „Hauptsache Spaß“! Kinder brauchen unbedingt die liebevolle Orientierung und die erklärende Begrenzung der materiellen Wünsche von ihnen emotional nahestehenden Personen.

Was lernen wir daraus? Liebe gibt es auch abseits von Werbebotschaften und der holen-kaufen-haben Mentalität. Vielleicht müssen wir sie wieder neu + anders entdecken. Sie ist in jedem Fall gut + günstig und auch noch kalorienarm!

Apropos Emotionen; Eigentlich müssten wir Eltern doch längst „Schluss mit lustig“ aufschreien. Hirnforscher kommen auch hierzulande immer mehr zu der erschreckenden Erkenntnis, dass die TV-Werbung die Phantasie und Kreativität unserer Kinder „tötet“

(Manfred Spitzer u.a.) und zudem, wegen der Zuckerlastigkeit, auch noch „dick“ macht. In vielen Ländern der westlichen Welt ist deshalb die Werbung mit und für Kinder gänzlich verboten oder streng reglementiert. Warum eigentlich nicht bei uns?

 

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ich freue mich auf Ihre Reaktionen.

Liebe Grüße und bis zum nächsten Monat,

Ihr

Lutz Hentzschel

 

 

 

 

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